„Der Graue Star trifft im Alter jeden von uns“, weiß Dr. Georg Eckert, Augenarzt und Pressereferent des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA). Dann kristallisieren die in der Augenlinse befindlichen Eiweiße aus und trüben den Blick des Betroffenen. Wir haben den Augenexperten gefragt, welche Warnzeichen auf Grauen Star hindeuten und wie man ihn behandeln kann.

Drei Warnzeichen ernst nehmen

Hinter Kurzsichtigkeit kann Grauer Star stecken

„Der Graue Star trifft im Alter jeden von uns“, weiß Dr. Georg Eckert, Augenarzt und Pressereferent des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA). Dann kristallisieren die in der Augenlinse befindlichen Eiweiße aus und trüben den Blick des Betroffenen. Wir haben den Augenexperten gefragt, welche Warnzeichen auf Grauen Star hindeuten und wie man ihn behandeln kann.

„Jeder von uns bekommt Grauen Star – sofern er alt genug wird“, weiß Eckert. Meist mache sich die Erkrankung ab dem 60. Lebensjahr langsam bemerkbar. Mit 70 oder 80 Jahren sei das Sehvermögen dann deutlich eingeschränkt. Ohne Behandlung erblindet der Patient irgendwann. Auch junge Menschen können betroffen sein.

Eiweiße sind schuld an der Linsentrübung

„Sie können sich das wie bei einem Ei vorstellen, das gebraten wird. Zuerst ist das Eiweiß noch klar. Dann wird es trüb und schließlich können Sie überhaupt nicht mehr durchsehen“, erklärt der Experte die Entwicklung des Grauen Stars. „Ich sehe wie durch Milchglas“, beschreiben Patienten ihr Sehvermögen, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist.

Drei typische Risikofaktoren

„Es gibt drei typische Risikofaktoren für die Entwicklung von Grauem Star“, erklärt Eckert. „Das sind Lichtempfindlichkeit, ein verstärktes Blendungsempfinden sowie eine Veränderung der Sehstärke.“ Aber auch unscharfes Sehen, verminderte Kontraste und ein Nachlassen der Farbintensität sind mögliche Hinweise auf die Erkrankung.

Verstärkte Kurzsichtigkeit kann auf Grauen Star hindeuten

Eine Verschlechterung der Kurzsichtigkeit macht sich beim Altersstar besonders häufig bemerkbar. Immer wieder kommen betroffene Patienten in Eckerts Praxis und fragen nach einer stärkeren Brille. „Doch eine Anpassung der Gläser bringt nur bedingt etwas, da es die Trübung ist, dieden Blick einschränkt“, erklärt der Augenarzt.

Mit Fortschreiten der Krankheit ist die Trübung im Auge erkennbar

Im fortgeschrittenen Stadium kann man die Erkrankung deutlich am Auge sehen. In der Pupille zeigt sich eine auffällige Weißfärbung. „Dann beträgt die Sehfähigkeit noch 20 bis 30 Prozent“, sagt der Experte. „Wenn der Patient die Symptome der Erkrankung zum ersten Mal bemerkt, beträgt sein Sehvermögen etwa 50 bis 60 Prozent.“

Risikofaktoren vermeiden

Zu den Risikofaktoren, welche die Entwicklung des Grauen Stars beschleunigen können, gehören neben der erblichen Veranlagung und dem Alter auch verschiedene Erkrankungen, darunter Diabetes. Äußere Einflüsse spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle: „UV-Strahlen und Kortison wirken sich stark schädigend auf die Augen aus“, erklärt Eckert.

Medikamente gegen Grauen Star gibt es nicht

Doch wie sieht die Therapie aus? Medikamente gibt es nicht. Zwar kann zu Beginn der Erkrankung mit guten Brillengläsern ein Teil der Sehverschlechterung abgefangen werden. Im fortgeschrittenen Stadium aber hilft nur noch eine Operation.

Operation dauert zehn Minuten

Dabei wird die trübe Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt. Der Eingriff sei schmerzlos und unkompliziert. Etwa zehn Minuten müsse der Patient geradeaus schauen, dann hätte er es überstanden, so Eckert. Zudem habe der Eingriff den Vorteil, dass auch weitere Fehlsichtigkeiten behoben werden könnten. „Im Idealfall sieht der Patient danach wieder so gut wie in jungen Jahren“, sagt der Augenarzt.

Krankenkassen übernehmen die Kosten

Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für die Standardbehandlung. Kommen weitere Korrekturen hinzu, muss der Betroffene allerdings selbst zum Geldbeutel greifen. Schätzungen zufolge werden in Deutschland jedes Jahr etwa 700.000 Eingriffe vorgenommen.

Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen

Das Interview wurde von Ann-Kathrin Landzettel für T-Online.de geführt.

Eckert rät, ab 40 Jahren ein Mal im Jahr zum Augenarzt zu gehen, um krankhafte Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Auch wer plötzlich unter Schmerzen am Auge leidet, Lichtblitze wahrnimmt, einen Schleier vor den Augen sieht, starke Rötungen am Auge hat oder merkt, dass sich das Sehvermögen verschlechtert, sollte schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

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